Werner Kuhtz - Paul-Gerhardt-Zentrum Lübben

Werner Kuhtz ist Vorsitzender des Paul-Gerhardt-Vereins in Lübben. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Gedenken an Paul Gerhardt zu fördern und setzt sich für die Pflege seiner Lieder ein.

 

Lübben ist die letzte Wirkungsstätte des großen deutschen Kirchenliederdichters Paul Gerhardt. 1669 kam er nach Lübben, nachdem er zuvor in Berlin als Pfarrer entlassen wurde, weil er sich 1666 weigerte das Toleranzedikt des Kurfürsten zu unterschreiben. Nach seinem Tod im Jahr 1676 wurde er in der Lübbener Kirche (damals Nikolaikirche) beigesetzt. Seine Ruhestätte befindet sich im Chorraum der Kirche.

Um über Paul Gerhardt in Lübben noch besser zu informieren, haben die Mitglieder des  Paul-Gerhardt-Vereins Lübben e.V. ein Informationszentrum zu Paul Gerhardt im Schloss Am kleinen Hain 43 eingerichtet.

 

Am 18. Mai 2016 wurde das Paul Gerhardt Zentrum mit einem Festgottesdienst in der Paul-Gerhardt-Kirche eröffnet.

Die Ausstellung passt sich wunderbar in das Gewölbe des Schlosses Am kleinen Hain 43 ein. Viele Ausstellungsstücke erzählen bzw. lassen Paul Gerhardt aus seinem Leben erzählen. 

Es gibt zu lesen, zu schauen, zu hören und zu entdecken -  der Blick auf Paul Gerhardt einmal anders als in der Paul-Gerhardt-Kirche. Der Eingangsbereich ist hell und freundlich gestaltet. Dort werden die Besucher  von Ehrenamtlichen empfangen und begrüßt. Die Ausstellung ist selbsterklärend.

 

Paul Gerhardt ist bis heute vor allem als Kirchenliederdichter bekannt. Seine Texte sind von großer Frömmigkeit und Naturverbundenheit geprägt.

 

 

Zu seinen bekanntesten Werken zählt vor allem „O Haupt voll Blut und Wunden“ welches zum Weltkulturerbe zählt. Es wurde mindestens in 70 Sprachen übersetzt.

 

Aber auch „Befiehl Du Deine Wege“ oder „Ich steh an Deiner Krippen hier“ sind heute aus den Liederbüchern nicht mehr wegzudenken.

 

Obwohl Gerhardts Leben, der mit 12 Jahren schon zur Waise wurde, durch den Dreißigjährigen Krieg oder auch die Auswirkungen der Pest geprägt wurde, sind seine Lieder doch voller Zuversicht

Nachdem der Verein den 400. Geburtstag Paul Gerhardts im Jahr 2007 vorbereitet und in wesentlichen Teilen durchgeführt hatte, war man vom Erfolg ermutigt, Leben und Wirken Gerhardts stärker ins Gedächtnis zu rufen. Vor 1989 verblasste in 40 Jahren DDR die Erinnerung an den ehemaligen Bürger Lübbens doch mehr, als es den Vereinsmitgliedern lieb war. Das war schließlich nicht immer so, war es doch gerade die Bürgerschaft, die in früheren Zeiten Paul Gerhardt zu gedenken wusste. So wurde 1907 das Denkmal für Paul Gerhardt zum Beispiel nicht etwa durch die Kirchengemeinde initiiert und finanziert, sondern durch die Bürger. Ähnlich war es 1930 bei der Restaurierung der Kirche.

Auch im heutigen Paul-Gerhardt-Verein finden sich neben öffentlichen Institutionen vor allem Lübbener Bürger wieder. Für die Stadt ist das Wirken ihres ehemaligen Pfarrers ein Alleinstellungsmerkmal. Sein hochinteressantes Leben widerspiegelt einen wichtigen Teil deutscher Geschichte.

 

Besonders empfehlenswert ist der Besuch des Paul-Gerhardt-Zentrums mit einer Führung in Verbindung mit einem Besuch der nahegelegenen Paul-Gerhardt-Kirche. Hier gibt es im Übrigen eine kleine aber interessante Ausstellung von Kirchenliederbüchern aus aller Welt.

 

Wer dann noch den Turm besteigen möchte – der nicht zur Kirche gehört – dem sei eine Verabredung mit Lübbens Türmerin, Vera Städter, ans Herz gelegt.

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